Januar

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Willkommen zur Website zum Kalender, und hier – man hätte es sich am Titel auch schon denken können – zum ersten von 12 Beiträgen zu den 12 Kalenderseiten 🙂
Dieser Blog, ja diese ganze Seite dient eigentlich einem einzigen Zweck: den Witz noch ein bisschen weiter zu reiten. Wäre es entspannter gewesen, es einfach beim Kalender zu belassen? Definitiv. Warum machen wir es also trotzdem? Ganz einfach: wir haben beim Konzipieren und Zusammenstellen des Kalenders aus versehen geguckt, was so eine Domain denn kosten würde – wäre ja schon cool eine Seite zum Kalender zu haben – und haben die Domain ohne groß nachzudenken gekauft und auf den Kalender mit drauf gedruckt. Na toll, jetzt haben wir den Salat und ein einjähriges Folgeprodukt an der Backe 🙂

Machen wir also das beste draus, und üben uns im folgenden Jahr im freien Schreiben. Ich hoffe zumindest, dass wir das ganze Jahr durchhalten und am Ende den Blog hier genauso wie den Kalender mit einem glorreichen Spaten abrunden können.

Entstehungsgeschichte des Kalenders

Um gut in dieses Toilettenrondell rein zu starten, möchte ich euch in diesem Beitrag einmal nahebringen, wie es überhaupt zu diesem wundervoll beschissenen Projekt kam. Dafür könnte ich zwar darüber nachsinnen, wieso wir auch mit Mitte 20 noch so gerne über Pipikaka-Witze lachen, aber ich glaube das schenke ich mir doch lieber. Immerhin rede ich mir ja auch erfolgreich ein, dass zumindest das Niveau der Witze mit den Jahren gestiegen ist, auch wenn die meisten sie glaub einfach nach wie vor als unglaublich flach beschreiben würden. Um diesen Kalender also nachvollziehen zu können, wenn wir den Humor schon mal als gegeben hinnehmen, werde ich euch also zunächst den allgemeinen Vibe und typischen Tagesablauf unseres Kanutrips im August 2024 erzählen. Zusammen mit dem Aufbau des Rastplatzes an Tag Nummer 5 ist dieser Kalender schließlich nur eine rein logische Konsequenz der uns gegebenen Umstände…

Der Urlaub 2024

Im August 2024 hatten wir, nach einem Jahr Pause, mal wieder beschlossen, in Schweden Kanu fahren zu gehen. In den Jahren zuvor waren wir nur auf Seen unterwegs gewesen, nicht auf Flüssen. Die einzige Ausnahme war bei mir der Sommer 2023, in dem ich mit einer Kanufreizeit auf dem Svartälven auf einem Fluss unterwegs war. Nach einer (wirklich) kurzen Recherche waren wir uns einig, dass auch wir uns dieses mal auf einen Fluss wagen wollen und hatten uns ebenso schnell für den Tidan entschieden. Vor Allem, weil wir da entspannt über den wahrscheinlich größten Pauschal-Wildnis-Urlaubs-Anbieter in Schweden buchen konnten (wenn ich mich richtig erinnere war damals gar nicht mehr soo viel Zeit bevor es losgehen sollte. Insofern waren wir ganz froh darüber, uns nicht einzeln um die ganzen Sachen kümmern zu müssen).

Das Kanugebiet am Tidan ist in zwei Teile unterteilt. Vom Basiscamp in Kyrkekvarn, Sandhem aus erstreckt sich im Norden der Tidan und im Süden der See Stråken. Der Stråken bietet gute Gelegenheiten, gemütlich ins Kanufahren reinzukommen und das entspannte Paddeln am See zu genießen. Der Tidan selber ist da ein bisschen anders drauf. Schon beim ankommen im Basislager staunten wir nicht schlecht über die riesigen Beulen in den Kanus, welche auf der Flussseite des Camps am Wasser bereitlagen. Immerhin lagen hier die guten Modelle aus Aluminium bereit, und die halten für gewöhnlich so ziemlich alles aus. In den meisten Gebieten, die wir zuvor besucht haben, waren die immer im Top-Zustand: die einzigen Zeugen der teils etwas groben Behandlung der Leihkanus sind in der Regel silbrig schimmernde Steine leicht unterhalb der Wasseroberfläche, über die die meisten Leute gedankenversunken drüberschrammen. Hier jedoch fanden sich Einbeulungen von bis zu 10 cm im Boden der Kanus. Davon abgeschreckt (und nach Empfehlung der Menschen vor Ort) sind wir die ersten Tage auf den See abgebogen, bevor wir den Tidan heruntergefahren sind. Im Preis enthalten war direkt schon eine Abholung zurück zum Basiscamp, die wir jederzeit einlösen konnten. Und ohne diese hätten wir es auch definitiv nicht zurück zum Ausgangspunkt geschafft. Denn hier wäre es nicht nur die ermüdende Fahrt gegen den Strom gewesen. Nein, der Tidan ist für die Benutzung als Wasserstraße tatsächlich ausschließlich als Einbahnstraße nutzbar. Zu oft mussten wir spontan (halb) aussteigen, um ein Kentern zu verhindern. Flach genug war das Wasser dafür an den entsprechenden Stellen, und das Wort Kanuwanderung bekam für uns damit auch eine ganz neue Facette hinzu. Ich bin nur froh, dass wir in diesem Jahr tatsächlich einen recht warmen Sommer erwischt hatten. Bei 12 bis 15°C wäre es nicht ganz so schön gewesen, immer wieder mit tropfenden Hosenbeinen ins Kanu zurück zu klettern.

Um die genaue Reiseroute und die Herausforderungen der jeweiligen Kanuabschnitte soll es an dieser Stelle aber gar nicht gehen. Viel wichtiger ist der grobe Ablauf unserer Tage:

  1. Da die einzigen technischen Geräte, die wir während des Urlaubs benutzt hatten unsere Kameras waren, sind wir konsequenter Weise mit der Sonne anstatt mit einem Wecker aufgestanden. Wann? Keinen blassen Schimmer. Sobald wir beide halt wach waren, haben wir einfach (noch im Schlafsack liegend) die Luft aus unseren Isomatten rausgelassen und sind aus dem Zelt gekrochen. Es gibt für mich einfach keine bessere Variante, mit dem Aufwachen auch tatsächlich direkt aufzustehen, als auf dem harten und kalten Boden zu liegen. Eigentlich bräuchte ich das auch für zu Hause, aber geht irgend wie nicht so einfach…
  2. Mit dem Aufstehen haben wir dann auch sogleich angefangen das Zelt abzubauen, uns ein Frühstück zuzubereiten und die Kanus zu beladen.
  3. Sobald wir auf dem Kanu Hunger bekommen haben, sind wir zum nächsten Rastplatz / halbwegs gemütlich aussehenden Felsen gesteuert und haben ein kleines Mittagsmüsli zu uns genommen. Zum Mittag Müsli zu essen, mag erst mal ungewöhnlich erscheinen (zumindest für Menschen mit sowas ähnlichem wie einem geregelten Tagesablauf), hat auf dem Kanu aber einfach ziemlich große Vorteile. So lassen sich die benötigten Zutaten schnell mit 3 Händen aus dem Kanu ziehen und man kann direkt mit dem Essen anfangen – idealerweise mit einer Portion frischen Obstes abgerundet.
  4. Den Nachmittag haben wir dann wieder mit paddeln verbracht, bevor wir gegen Abend (oder das, was wir dafür hielten) den nächstbesten Rastplatz angesteuert hatten.
  5. Am Biwakplatz angekommen, haben wir das Zelt aufgebaut und Feuerholz gesammelt und vorbereitet. Beim Kochen des Abendessens hat es meistens schon angefangen zu dämmern, sodass wir dann zum Schein unserer Stirnlampen gegessen haben.
  6. Mit Beendigung unseres Festmahls (für zwei Leute kann man erstaunlich dekadent auf ’nem Feuer kochen) haben wir uns dann auch schon in Richtung Zelt begeben, um am nächsten Tag wieder früh (oder wann auch immer wir wach wurden, ich kann es euch wie gesagt nicht sagen) durchzustarten.

Wie ihr seht, bestand unser Tag vor Allem aus paddeln und essen. Dazu haben wir zwischendurch immer viel fotografiert und über eben jene Sachen gesprochen, die wir halt so den lieben langen Tag gemacht haben: über das Fotografieren, über unsere nächste Mahlzeit, und insbesondere aber auch über das Kacken.

Der Rastplatz am Ende des Tidan

Nachdem wir durch die Stadt Tidaholm gefahren sind, fanden wir uns in einer an sich idyllischen Umgebung wieder. Links wie rechts kam eine Kuhweide nach der anderen, ohne dabei von nervigen Ortschaften unterbrochen zu werden. Das hat zu tierischer Gesellschaft zum Mittagessen geführt, war jetzt aber nicht ganz das, wofür wir die weiter Strecke nach Schweden gefahren sind. Wir beschlossen also, uns am nächsten Vormittag abholen zu lassen und sind den nächsten Rastplatz mit Straßenanbindung angesteuert. Dort angekommen war es doch deutlich früher als erwartet (wir mussten bis spätestens 17 Uhr am Basislager bescheid geben, wollten das Handy aber auch nicht zu früh einschalten). Insofern konnten wir einen etwas längeren Nachmittag am Biwakplatz verbringen.

Der Platz war dabei durchaus schön. Er bestand entsprechend seiner Umgebung hauptsächlich aus Wiese und war auch eher von Weiden als von Wald umgeben. Das führte zu drei relevanten Effekten: Wir hatten einen erstaunlich weichen Schlafplatz. Wir konnten uns und unsere Sachen nach dem Baden gut trocknen, da die Sonne ungehindert durch kam. Und wir hatten den gesamten Nachmittag einen ungehinderten Blick auf das hiesige Klohäuschen.

Die Kalenderidee

Und so kam es, wie es kommen musste. Wir unterhielten uns mal wieder entspannt über das Fotografieren, und was für Fotoprojekte man mal so anfangen müsste. Da wäre zum Beispiel noch eine alte Kalenderidee von Jan mit kackenden Tieren (ihr seht: ein wiederkehrendes Thema). Dafür hatte er sogar schon eine Hand voll Fotos beisammen. Aber an diesem Rastplatz hatten wir jetzt leider keine Tiere um uns, bei denen wir daran weiterarbeiten konnten. Schließlich entschieden wir uns, an eben diesem Tag ein neues Projekt anzufangen. Am Anfang waren dabei Ideen wir ein Kalender über verschiedene Kanus oder Biwakplätze hoch im Kurs. Das ließ sich aber doch nicht so gut realisieren. So hatten wir ja zum Beispiel nur ein einziges Kanu dabei. Und auch wenn wir erfolgreich eine Ausführung ohne allzu große Beulen ergattert hatten, wäre ein Kalender damit eventuell doch ein bisschen einseitig ausgefallen. Und die Idee mit den Biwakplätzen gefällt uns zwar auch heute noch gut, wir sind aber nach wie vor der Meinung, dass für die meisten Biwakplätze eine Drohne deutlich bessere Möglichkeiten liefern würde. Zwar sind wir auch immer auf der Suche nach guten Ausreden, neues Fotoequipment anzuschaffen, bisher konnten wir der Versuchung aber leider doch erfolgreich widerstehen 😉
Insofern fiel unser Blick folgerichtig auf das hier ansässige Klohaus (wahrscheinlich musste einer von uns da grad e mal wieder hin) und die Idee war geboren.

Das Klo

Wir sind also rüber zum Klo und haben gemeinsam überlegt, wie wir dieses stille Örtchen möglichst gut in Szene setzen können. Noch war das Licht ein bisschen hart, aber am Horizont zeichneten sich bereits die ersten Wolken ab, der Sonnenuntergang würde wahrscheinlich nicht klappen. Aber davon haben wir uns nicht aufhalten lassen. Wir haben das Stativ aufgebaut und die Kamera stehen lassen, um bei besser werdendem Licht direkt bereit zu sein. Während des Wartens folgten schließlich noch ein paar Überlegungen zu Bewertungskategorien und am Ende des Abends stand der Kalender im Prinzip. Zur Vollendung fehlte lediglich noch die richtige Anzahl an Bildern.

Besonderheiten

Da wir aufgrund des Layouts nicht alle besonderen Merkmale der einzelnen Toiletten abdrucken konnten, folgt hier zum Abschluss noch mal die vollständige Auflistung:

  • Geburtsort des Kalenders
  • Klobrille aus Styropor (lässt sich iwie nicht ganz so gut abwischen, fühlt sich dafür aber angenehm warm an)
  • professionelle Klopapierhalterung (Radius von ca. 20 cm)
  • steht zentral auf dem Zeltplatz (gut einsehbar, wer wie oft aufs Klo geht – schließt dafür aber gut ab, wodurch die Privatsphäre doch noch halbwegs gewährleistet ist)

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